Sind Gewerkschaften naiv?

Also da fordert die IG-Metall 8% Lohnerhöhung. Das lass ich mal so dahingestellt und bewerte es nicht. Jetzt gehen die Arbeitgeber darauf natürlich nicht ein und werden – wir kennen das ja – ein sehr schlechtes Gegenangebot machen. Tja und da “droht” die Gewerkschaft doch allen ernstes, dass sie dann streiken will. Haben die in letzter Zeit keine Nachrichten gelesen? Die meisten Automobilhersteller wollen die Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken, damit nicht so viele Autos gebaut werden. Denen ist es doch gerade recht, wenn die Leute streiken, muss die Gewerkschaft doch den Lohn zahlen. Was besseres kann doch den Arbeitgebern gar nicht passieren.

Also aus meiner Sicht können die Gewerkschaften gerade nur verlieren. Oder hab ich da was wichtiges nicht gesehen?

2 Gedanken zu „Sind Gewerkschaften naiv?

  1. Nein, die Gewerkschaften haben die Lage völlig richtig erkannt. Derzeit drohen Entlassungen weil zu wenig Arbeit da ist. Würden die Beschäftigten jetzt streiken und die Gewerkschaften die löhne übernehmen, würde dies die Automobilhersteller finanziell entlasten. Da anzunehmen ist das die Flaute nicht ewig anhält und einmal angelernte Arbeiter nicht ein zweites mal (kostenintensiv) geschult werden müssen, würden die Automobilhersteller mit Entlassungen warten.
    Am Ende ist es eine Win-Win-Situation. Die Gewerkschaften könnten behaupten sie hätten für ihre Mitglieder gestreikt und zumindest deren Arbeitsplätze erhalten. Und die Automobilhersteller hätten eine Krise mehr umschifft.
    Da die Gewerkschaften immer mit horrenden Lohnforderungen an den Start gehen und am Ende der Verhandlungen meist gerade mal ein Inflationsausgleich bei rum kommt, würde es auch kaum einer merken. Obendrein wären wohl viele Gewerkschaftsmitglieder heilfroh überhaupt noch einen Job zu haben.

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