Die deutsche Nationalbibliothek und deutscher Bürokratismus

Wie heise.de heute berichtet, ist man als Betreiber von Weblogs und Foren verpflichtet, die Netz-Publikationen der deutschen Nationalbibliothek zur Verfügung zu stellen, damit diese das aktuell vorhandene Wissen und auch Denken für spätere Generationen festhalten können.

In die erweiterte Ablieferungs- und Sammelpflicht sind alle Publikationen einbezogen, für die man sich entsprechende Ausgaben in der Printwelt vorstellen könnte, wie z. B. elektronische Zeitschriften und Monografien, Lexika und andere Nachschlagewerke, die auf freiwilliger Basis seit 2001 geliefert und gesammelt wurden. Daneben sind auch Websites zu sammeln, die online verfügbar sind und deren Informationsgehalt aber über reine Öffentlichkeitsarbeit, Warenangebote, Arbeitsbeschreibungen oder Bestandsverzeichnisse / -kataloge hinausgeht.

An sich finde ich das eigentlich sehr sinnvoll, stellt es doch eine Erweiterung des bisherigen Vorgehens auf Web-Inhalte dar. Ob jede Diskussion in einem Forum archivierbar gehört oder nicht (viel Spaß, ihr Abmahn-Anwälte!) ist natürlich die eine Sache. Einen Einblick auf das kulturelle Leben in dieser Zeit gibt es aber wohl immer.

Das Problem an der ganzen Geschichte: Man soll die Daten in gepackter Form per FTP an die Bibliothek senden (Ablieferung). Wer das nicht tut, riskiert nach heise.de Geldbußen in Höhe von 10.000 Euro. Das wird sicher wieder eine interessante Abmahnwelle geben.

Das Vorgehen ist also mal wieder sehr kompliziert geregelt, vergleicht man das Vorgehen mit archive.org. Das Problem ist also: wissen die Leute das nicht besser? Ich schreibe mal eine offene eMail an die deutsche National-Bibliothek. Ich hoffe sie antworten – evtl. sogar hier.

2 Gedanken zu „Die deutsche Nationalbibliothek und deutscher Bürokratismus

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