Schutz gegen rechliche Angriffe

In letzter Zeit ist es hier etwas ruhiger. Das hat hauptsächlich zwei Gründe:

  1. Ich programmiere an einem neuen Community-System.
  2. Ich darf mich mich rechlichen Problemen im Strohhalm auseinandersetzen

Ich hoffe, dass vor allem der letzte Punkt jetzt beendet ist. Doch was ist passiert? Hier der Ablauf in chronologischer Reihenfolge:

  1. Ein treuer User erstellt ein Posting, in dem er auf einen Anbieter hinweist, der dem Kunden eine teure Dienstleistung anbietet, jedoch die Leistung nicht erbringt. Es entsteht eine Diskussion zu diesem Anbieter.
  2. Der Anbieter wendet sich an den den Verantwortlichen und fordert unter Androhung einer Abmahnung zur Löschung auf (Grund: Geschäftsschädigung, sittenwidrige Aussage).
  3. Da wir keine Probleme mit dem Thread sehen (schließlich ist uns der Poster bekannt und wir vertrauen ihm, dass er die Wahrheit sagt) nehmen wir den Thread erstmal offline und lassen ihn anwaltlich prüfen. Nach Rücksprache mit dem Anwalt fordern wir vom Poster eine schriftliche Bestätigung an, dass es sich bei der Aussage um die Wahrheit handelt. Dies macht der User und wir bekommen sogar noch mehr Informationen von Seiten des entsprechenden Kunden.
  4. Wir stellen den Thread wieder online mit dem Hinweis, dass keine rechtlichen Probleme bestehen.
  5. Der Anbieter schreibt erneut die Administration an mit der Aufforderung, den Thread zu löschen. Er droht dabei mit einem Strafantrag.
  6. Wir nehmen den Thread erneut offline und lassen die Beiträge wieder anwaltlich prüfen. Erneut dasselbe Ergebnis: es gibt keine Beanstandungen.

Der Anbieter hatte dabei immer die gleiche Masche: Am Wochenende eine Mail schreiben und eine 24-Stunden-Frist setzen. So hatten wir nie eine Möglichkeit, gleich einen Anwalt zu befragen. Unsere Versuche, den Anbieter zur Vernunft zu bringen, scheiterten. Mein telefonischer Anruf wurde damit beendet, dass der Anbieter gar keine Möglichkeit habe, sich zu wehren. Er wisse ja nicht, um wen es geht (scheint also öfter der Fall zu sein).

Die einfachste Lösung, den Poster anzuschreiben (private Nachricht über das Forum), war zu offensichtlich. Eine Richtigstellung selbst zu verfassen anstatt den komplizierten Weg über Drohungen zu gehen, war natürlich zu einfach.

Damit wir nun aber endlich Ruhe haben, haben wir ein anwaltliches Schreiben verfassen lassen, das den Anbieter verdeutlichen sollte, dass er keinerlei Ansprüche gegen den Strohhalm geltend machen kann. Ich hoffe sehr, dass das hilft. Leider geht sowohl der Anwalt als auch ich davon aus, dass damit das Ende nicht erreicht ist. Ich darf also mit einer Abmahnung oder sogar mit einem Gerichtsverfahren rechnen (wir denken aber, dass der Anbieter damit keinen Erfolg hat).

Problematisch an der ganzen Geschichte ist: es kostet Geld. Da der Strohhalm eine Non-Provit-Community ist (es wird nichtmal Werbung geschalten), habe ich nun ein Spendenkonto eröffnet (rechte Spalte im Strohhalm). Das gespendete Geld soll allein dafür eingesetzt werden, die Community gegen rechtliche Angriffe zu schützen.

Es würde mich freuen, wenn auf diese Weise genügend Geld zusammen kommen würde, um den Strohhalm auch zukünftig gegen solche “Ich-mag-keine-Kritik-über-mich-lesen”-Leute schützen zu können.

Ich empfehle jedem Forenanbieter ebenfalls, ein solches Spendenkonto in seiner Community einzurichten. Denn wenn erstmal ein Anwalt angefragt werden muss, sollte bereits Geld da sein und je nach Fall sogar etwas mehr.

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