Werbung in Foren

Eben bin ich auf den sehr interessanten Artikel “Meine Erfahrung mit IntelliTXT” im Forum AudioHQ (Forum für Audio-Bearbeitung) gestoßen. Darin ärgert sich ein User darüber, dass im Forum von chip.de nun Werbung (im speziellen IntelliTXT) eingesetzt wird und damit eigentlich das Urheberrecht des Users verletzt werde, da ungewollt in seinem Beitrag Werbung erscheint.

Die sehr interessante Diskussion regt doch zum Grübeln ein, da das Problem nicht nur von IntelliTXT besteht, auch Google-Adsense blendet Werbung ein, die von den Beiträgen abhängt.

Für den Forenadministrator ist die Werbung – meist – ein notwendiges Übel, um die Software- und Serverkosten einspielen zu können und somit das Forum am Leben zu halten (nicht jedes ist kommerzieller Art wie chip.de, das Problem ist aber dasselbe).

Für den Benutzer ist Werbung aber unter Umständen nicht gewünscht. Hier gibt es mehrere Gründe:

  • mehrere Seiten blenden die Werbung inzwischen so ein, dass sie nur auf zweitem Blick als Werbung erkannt wird. Der Nutzer klickt also auf den Link, um eine interessante Seite zu sehen und landet unerwartet auf einer Werbe-Seite.
  • Die Beiträge werden dazu genutzt, Werbung einzublenden, mit welcher der Autor in keinster Weise in Zusammenhang gebracht werden will. So ist es für einen Linux-Freak sicher nicht spaßhaft, wenn in seinem Artikel Werbung von Microsoft auftaucht.

Die Folge ist meiner Meinung nach eindeutig: Man verliert diese Nutzer als Mitglieder. Bedenkt man jetzt aber die 1%-Regel, so riskiert man vor allem aufgrund des zweiten Punktes, einen fachkundigen und aktiven Nutzer zu verlieren. Dies kann in der Summe das Ende des Forums bedeuten.

Wie sieht also eine Lösung aus? Der Administrator hat die Sicherheit des Forums zu gewährleisten, die User wollen selbst bestimmen, was mit ihrem Inhalt passiert. Eine Möglichkeit bestünde im Sponsoring, wobei das Problem besteht, einen geeigneten Sponsor zu finden. Außerdem ist auch dies Werbung und könnte ebenfalls die User verärgern.

Die eleganteste Lösung bestünde meiner Meinung nach darin, den User nicht nur festlegen zu lassen, dass Werbung eingeblendet wird (wie es bei Adsense oft im Benutzerprofil gemacht werden kann), sondern sogar noch festlegen zu lassen, ob durch seinen Inhalt Werbung erzeugt werden darf (bei IntelliTXT ist dies dann einfacher zu erreichen als bei Adsense). Dadurch kann der Benutzer selber festlegen, ob er die Community nur mit Inhalt oder auch mit finanziellen Einnahme-Quellen unterstützen will.

Und natürlich hat man noch die Möglichkeit, Spenden zu sammeln. Aber das scheint in Deutschland ja nicht wirklich zu funktionieren.

3 Gedanken zu „Werbung in Foren

  1. “die User wollen selbst bestimmen, was mit ihrem Inhalt passiert.”

    Das stimmt schon. Andererseits nutzen die User einen Dienst der Ihnen kostenfei zur Verfügung gestellt werden, bei dem sie Meinungen austauschen können in einer gegebenen Form.
    Wenn es dem Benutzer nicht gefällt, daß der Betreiber seine Site refinanzieren muss, dann hat er doch die Möglichkeit diesen entsprechend zu unterstützen. Tut er das, wäre sicherlich jeder Forumsbetreiber schnell bereit, für entsprechende registrierte User einen Zugang ohne Werbung zu machen.

    Ich habe aber noch aus einem anderen Grund Magengrimmen bei dem obigen Satz – es erinnert mich an diverse DAU-User, die -obschon in den AGBs klar und deutlich steht, wie die Verbreitungsrechte geregelt sind- irgendwann nach Jahren ankommen und verlangen, daß man Nachrichten von Ihnen löscht – egal ob dadurch unter Umständen interssante Threads zerstört werden oder nicht.
    Und wenn man dem nicht nachkommt, dann drohen die gleich mit juristischen Stress oder machen wirklich irgendwelche Nerverei.
    Sowas kostet dann einfach zu viel Zeit und Nerv.

    Von daher würde ich einige Levels vorher schon die Bremse ziehen: Ja, die Leute kriegen eine Plattform zum gegenseitigen Austausch, aber nein, sie haben keine unbegrenzte Hoheit oder MItspracherecht über die Verbreitung Ihrer Beiträge.

    Früher hätte man das vielleicht noch machen können, wo die User im Web noch etwas mehr der Netzkultur verbunden waren… aber heute ist die Selbstbedienmentalität (eben auch hier die 1% Regel) so verbreitet geworden, daß jeder kleine Finger gleich genutzt wird um den Arm abzureißen… 🙁

  2. Das stimmt schon. Andererseits nutzen die User einen Dienst der Ihnen kostenfei zur Verfügung gestellt werden, bei dem sie Meinungen austauschen können in einer gegebenen Form.

    Das kann man so pauschal aber nicht als Argument bringen: denn Chip.de ist ja eigentlich weniger ein Kommunikationsforum, sondern vielmehr ein Wissensforum. Und ob sich jetzt jemand mit seinem Wissen daran beteiligt und damit den Wert des Forums erhöht, muss man schon davon unterscheiden, ob es nur um Zeitvertreib geht. Deshalb denke ich, dass das ganze ein wirklich heikles Thema ist, über das sich die meisten Forenbetreiber keine Gedanken machen.

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