SEO optimierte URLs

Bekannt ist sicherlich, dass man ein Suchmaschinen wie Google und Co. besser platziert ist, wenn man statt einer Nummer suchmaschinenfreundliche URLs mit Worten verwendet. So ist zweifellos der Link zu
http://domain.de/forum?thread=13.php
schlechter als
http://domain.de/thread13.html
welcher wiederum schlechter ist als
http://domain.de/suchmaschinenoptimierung.html

Diese Tatsache ist unter Suchmaschinen-Optimierern und Forenbetreibern meistens bekannt und jede bessere Forensoftware bietet in der Regel eine Möglichkeit, solche suchmaschinenoptimierte URLs zu verwenden.

Nun haben sich in den letzten Tagen aber sehr fragwürdige Ereignisse in der Bloggerwelt ergeben, die auch von Forenbetreibern sicher berücksichtigt werden sollten: So wurde der Shopblogger vom Sozialgericht Bremen angeschrieben, weil dieser mit dem Eintrag “Sozialgericht Bremen” in Google unter den ersten 10 Treffern zu finden war. Das Sozialgericht sieht das als Namensanmaßung an (Behörden haben offensichtlich zu viel Zeit).

Ähnliches musste der Werbeblogger erfahren: dieser wurde von Heidi Klums Vater angeschrieben, weil er den (Marken-) Namen seiner Tochter in einem Beitrag verwendet hatte.

In beiden Fällen wurde der beanstandende Begriff als Titel verwendet, welcher durch die Blog-Software – wie üblich – als URL verwendet wurde.

Sehen wir davon ab, dass beide Fälle wirklich hart sind, denn beides mal schaden sich die “Kläger” eher (allein durch die Berichterstattung werden die Beiträge wohl in Google in den Top10 festzementiert – manche Leute sollten erst jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt). Sehen wir weiter davon ab, dass die Klagen wohl wenig Aussicht haben. Sollten diese berechtigt sein, ist auch in Foren hier gewisse Aufmerksamkeit geboten, denn das gleiche Problem könnte mit suchmaschinenoptimierten URLs geschehen.

Hoffen wir, dass sich intelligente Menschen der Sache annehmen und dieser Blödsinn bald zu Ende ist.

[Update]
Dr. Bahr hat sich der Sache ebenfalls angenommen. Er kommt dabei zum Schluss, dass es sich nur um eine Namensnennung handelt. Damit komme das Wettbewerbsrecht zum Tragen. Dieses greift, sobald es sich um ein kommerzielles Angebot handelt (was in der Praxis ja meist bejaht wurde – beim Shopblogger wäre z.B. der Link zum Hoster der Grund hierfür). Interessant ist nun der folgende Satz:

Voraussetzung für einen UWG-Anspruch ist jedoch, dass dem genannten Begriff eine überdurchschnittliche Bekanntheit zukommt und exakt diese zu eigenen Zwecken abgegriffen wird.

Dies ist beim shopblogger nicht der Fall. Aber beim Werbeblogger (und damit dem Begriff “Heidi Klum”) dürfte der Sachverhalt anders aussehen.

Ich hoffe und erwarte von der Politik, dass hier endlich mit diesem Blödsinn aufgeräumt wird! Es kann nicht sein, dass durch die alleinige Verwendung eines Markennamens Strafen anstehen. Dann können wir die Sprache auch gleich abschaffen. Und Dateien auf einem Rechner bekommen dann Zahlen. Kann ich zwar nicht mehr sinnvoll zuordnen, aber was solls.

[Update 2]
Offensichtlich sind sich einige Menschen einig: Das Vorgehen ist mehr als zweifelhaft und derzeit wohl sicher ein Schuss in den Ofen.

Update 3
Das Thema wird immer bekannter, so berichtet der Focus über den Fall des Shopbloggers, der Stern und die Zeit beschäftigen sich mit Heidi Klum. Während sich die Direktorin des Bremer Sozialgerichts äußert und ihren Fehler offensichtlich einsieht ist dagegen von Herrn Klum immernoch nichts zu hören. Sollte es sich um einen Fake handeln, dann hätte er sich ja schon lang gemeldet. Ich hoffe ehrlich gesagt, dass die ganze Sache vor Gericht geht. Ob die Politiker hier einen Schlussstrich ziehen, wage ich nämlich zu bezweifeln. Rechtsicherheit sollte aber schnellstens her!

4 Gedanken zu „SEO optimierte URLs

  1. Pingback: problematik.net
  2. Pingback: S-O-S SEO Blog
  3. @Mag:

    Das seh ich allerdings anders: Sicher existiert noch keine Entscheidung. Dennoch halte ich die Ereignisse auch für Forenbetreiber für wichtig und verfolgenswert. Denn sollte G. Klum mit seiner Forderung durchkommen, so hätte dies Folgen für alle Seitenbetreiber, die ihre Seiten suchmaschinenoptimiert entwickeln. Selbst wenn es nur eine Berichterstattung ist (dies dürfte in der Regel bei Blogs und Foren der Fall sein) wäre eine Verwendung von geschützen Begriffen dann nicht legitim. Dadurch würde viel Arbeit auf die Moderatoren zukommen. In Kombination mit der Rechtsstreitigkeit, in der heise sich gerade befindet, würde das bedeuten, dass man auf die Funktion der sinnvollen URLs komplett verzichtet oder eine Datenbank mit geschützen Begriffen führen muss, um eben diese automatisch auszzufiltern (das warten, bis sich einer beschwert, genügt hier nicht).

    In meinen Augen ist es jedoch eine einfache Berichterstattung (zumindest in der Regel), somit kommt Klums Auffassung in meinen Augen einer Zensierung gleich.

    Das Ergebnis ist jedoch wichtig und muss berücksichtigt werden. Deshalb verfolgen, was rauskommt!

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